Eine Nation erwacht: Die Geschichte von Sąjūdis
Im Sommer 1988 geschah in Vilnius etwas Außergewöhnliches. Hunderttausende Litauer versammelten sich nicht, um zu protestieren, sondern um zu singen – und damit begannen sie, ein Imperium zu zerstören.
Die litauische Reformbewegung, bekannt als Sąjūdis, wurde am 3. Juni 1988 von einer Gruppe von Intellektuellen, Wissenschaftlern und Künstlern gegründet, die spürten, dass Michail Gorbatschows Glasnost ein schmales, aber reales Fenster geöffnet hatte. Was als lose organisierte Initiative innerhalb des sowjetischen Systems begann, entwickelte sich rasch zur mächtigsten zivilgesellschaftlichen Kraft, die die baltischen Staaten je gesehen hatten.
Von der Reform zur Wiederherstellung
Sąjūdis forderte zunächst nicht die Unabhängigkeit – es forderte zunächst die Wahrheit. Es drängte auf die Anerkennung des Molotow-Ribbentrop-Pakts, die Rehabilitierung politischer Gefangener und die Wiederherstellung der litauischen Sprache und Flagge. Jeder kleine Sieg stärkte das Vertrauen der Bevölkerung und schuf Dynamik.
- 23. August 1989 – der Baltische Weg: Zwei Millionen Menschen bildeten eine Menschenkette quer durch Estland, Lettland und Litauen
- Februar 1990 – Die Kandidaten von Sąjūdis gewannen die Parlamentswahlen mit überwältigender Mehrheit
- 11. März 1990 – Litauen erklärte die Wiederherstellung der Unabhängigkeit und war damit die erste Sowjetrepublik, die diesen Schritt vollzog
Erfahren Sie mehr über die Bewegung
Sąjūdis ist bis heute eines der bemerkenswertesten Beispiele in der Geschichte dafür, wie bürgerlicher Mut das Schicksal einer Nation neu gestalten kann. Entdecken Sie die Menschen, Ereignisse und Ideen, die dies möglich gemacht haben.
Erfahren Sie mehr über die litauische Bürgerbewegung